homeangebotefotoarchivgeschichtetermine

  Eine gruppe von "monstern"
Eines der bekanntesten und meist besuchtesten Bauwerke Siziliens: Die Villa Palagonia in Bagheria.
Wunderschoen und exzentrisch wurde diese Villa schon im 18. Jahrhundert von illustren Reisenden besichtigt, die sie als den "originellsten und beruehmtesten" Ort in ganz Europa bezeichneten.
Im Jahre 1715 wurde mit dem Bau begonnen - nach dem Willen von Don Francesco Ferdinando Gravina e Crujllas, V. Prinz von Palagonia, Paris des Reiches und Kavalierdes Toson D'Oro, eine beruehmte Auszeichnung des Spanischen Koenigs.
Fuer den Entwurf dieser Sommerresidenz wurde der Dominikanermoench Tommaso Maria Napoli ausgewaehlt, der Architekt des Senats von Palermo mit der Auszeichnung "Militaeringenieur" war.
Als Mitarbeiter der Bauleitung wird auch der Name eines anderen sehr bekannten sizilianischen Architekten genannt: Agatino Daidone.
Im Jahre 1737 beginnen die Arbeiten an den flachen Baukoerpern, die die Villa umranden mit Ignazio Sebastiano Gravino, dem Erben des Vaters Francesco Ferdinando. Die besondere und exzentrische Dekoration gebuert hingegen dem Enkel des Gruenders der Villa, Francesco Ferdinando Gravina e Alliata.
 Gallerie oder Spiegelsaal
 
Dieser VII. Prinz von Palagonia begann 1749 die Arbeiten an dem monumentalen Hauptgebaeude, den Dekorationen und den Innen- und Ausseneinrichtungen, die damit in aller Welt seine Residenz in Bagheria als die "Villa der Monster" beruehmt machten. Diese Statuen aus Aspra-Tuffstein waren die besondere Dekoration auf den Aussenmauern der flachen Baukoerper und stellten fantastische Tierfiguren, menschenaehnliche Figuren, Damen und Kavaliere, Musiker und verschiedene Karikaturen dar. Die Villa besitzt einen aussergewoehnlichen, einzigartigen Grundriss, bei dem sich alle Elemente gleichmaessig in Richtung zur Achse des Schwerpunktes des Hausweges hinbewegen.
  F.sco Ferdinando Gravina II
Ganz besonders ist der Aufgang mit doppeltem Treppenlauf, der aus Kalkstein unter dem prunkvollen Familienwappen der Familie Gavina realisiert wurde.
Im Stockwerk der Adligen erreicht man die eliptische Vorhalle mit Fresken, die Szenen der Heldentaten von Herkules darstellen, in Anlehnung an den vorherrschenden Geschmack des ausgehenden 18. Jahrhunderts, geschaffen von Salvatore Gravina, Nachfolger des Stiefbruders Francesco Ferdinando II. Von dort fuehrt es zur Rechten in die "Gallerie oder den Spiegelsaa",
 Kapelle
 
mit einer Decke, die komplett mit Spiegeln verziert ist, mit Gemaelden, die eine Balustrade mit einem darueberliegenden Himmel und fantastischen Voegeln darstellen. Die Waende dieses grossen Saales sind mit feinsten Marmorplatten belegt, mit bemaltem Glas und als Hochrelief eine Marmorbueste des Gruenders der Villa und der Enkel und Auftraggeber der "Monster" mit den entsprechenden Ehefrauen, Vorfahren des Hauses Gravina und illustrer Persoenlichkeiten der europaeischen Koenigshaeuser. Auf dem Fussboden befindet sich ein sehr gelungenes Bild in polichromen Marmor des 18. Jahrhunderts aus Sizilien.
Von diesem ausladenden Salon gelangt man in den Saal der Kapelle. Gegenueber davon, wenn man den Spiegelsaal durchschreitet, kommt man in den Billardsalon.
Von der ovalen Eingangshalle gelangt man zudem in die Privatgemaecher der Villa, die heutzutage nicht zu besichtigen sind und die aus vielen hintereinanderfolgenden Saelen bestehen.
Im Jahre 1885 wurde die Villa von der Familie Castronovo erworben, die noch heute, dank ihrer Erben, der Oeffentlichkeit Gelegenheit gibt, eine der aussergewoehnlichsten Monumente der europaeischen Barockperiode auf sizilianischem Boden, zu besichtigen.